Genossen genießen Kultur und Natur der Wachau
Osterhofener Zeitung 16.09.2011
Jahresausflug des SPD-Ortsvereins
Besichtigung des Stiftsklosters Melk und des Weinmuseums
Osterhofen. Der traditionelle Jahresausflug hat die Mitglieder des SPD-Ortsverbands Osterhofen heuer in die Wachau geführt. Unter dem Motto „Kultur, Natur, Geselligkeit“ fuhren die Genossen bei herrlichem Spätsommerwetter in das 260 Kilometer entfernte Städtchen Spitz . Höhepunkte der Reise waren die Besuche im nahe gelegenen Loisium, einem multimedial gestalteten Weinmuseum, und im Stiftkloster Melk. Petrus, der im alten Volksglauben auch für das Wetter verantwortlich gemacht wird, meinte es fast zu gut mit der Reisegruppe aus Osterhofen, zu der auch 2. Bürgermeister Thomas Etschmann, der Künzinger Bürgermeister Bernhard Feuerecker, die ehemalige Bundestagsabgeordnete Bruni Irber sowie mit Georg „Schoos“ Weiß und Ludwig Kandler zwei echte SPD-Urgesteine gehörten. Bei hochsommerlichen 30 Grad Celsius machten sie Ausflüge durch Weingärten, zu Sehenswürdigkeiten und in nahe gelegene Buschenschänken. Reiseleiter Jakob „Jack“ Irber hatte ein Programm zusammengestellt, das zu vielen sehenswerten Orten führte, und kommentierte die Eindrücke während der Busfahrten. Die Wachau ist mit rund 40 Kilometer Länge entlang der Donau das kleinste Weinanbaugebiet Österreichs und galt noch bis in die 1980-er Jahre als Armenhaus Österreichs. Durch ein geschicktes Marketing gelang es den Verantwortlichen, die Winzer vom Ungemach des Anbaus von Massenwein zu befreien. Durch strenge Selbstverpflichtung keltern sie mittlerweile einen ausgezeichneten Qualitätswein verschiedener Stufen, der aber auch seinen Preis hat. So kann man in einem Restaurant schon mal sieben Euro für ein Viertel Veltliner bezahlen. Beim Besuch des Loisiums erfuhren die Osterhofener, dass der Wein-Geist nicht nur in Öchslegraden und Alkoholprozenten gemessen wird. Auf dem sehr vielfältigen Rundweg wurde sie an uralten Weinfässern und Kunstwerken vorbei geführt, die den Wein mit seiner Philosophie und Spiritualität zum Inhalt hat. Beim Anbau des Weins von der ersten Blüte bis zum Aufzug in Flaschen sind so viele Dinge und Arbeitsschritte notwendig. Auch der kundige Weinbauer kann vieles falsch machen und manchmal macht ihm einfach Petrus einen Strich durch die Weinrechnung. Allein das Benediktinerkloster Stift Melk ist eine eigene Reise wert. Das heutige Barockgebäude über der Donau und am Eingang zur Wachau war anfangs ein Machtzentrum der Babenberger, einem österreichischen Adelsgeschlecht, und wurde 1089 von einer Gruppe Benediktinermönche besiedelt. Seit damals gilt der Leitspruch „Ora et labora“ – bete und arbeite -, der in jüngerer Zeit um den Begriff „et lege“ – und lies (in der Bibel) – erweitert wurde. Heute ist dem Kloster ein Stiftsgymnasium mit 900 Schülern angegliedert, wo drei der 30 Mönche unterrichten. Die restlichen Patres betreuen 23 Pfarreien in der weiteren Umgebung von Melk. Eine Visite im Klostermuseum machte mit der farbigen Geschichte dieses heiligen Ortes vertraut. Die Organisatoren stellen hier prachtvolle Festgewänder und kostbare Handschriften aus. Allein die Stiftsbibliothek beherbergt 1800 Handschriften und insgesamt rund 100 000 Bände. Eine halbe Million Besucher kommen jährlich auf den Klosterfelsen, was für den Privatbesitz die Haupteinnahmequelle bedeutet. Auf dem Rückweg besuchten die Osterhofener Maria Taferl, neben Mariazell der bedeutendste Wallfahrtsort Österreichs. Die Pfarr- und Wallfahrtskiche Maria Taferl, eine so genannte Basilica minor, wurde rund um einen Bildstock der Jungfrau Maria gebaut. Vom weitläufigen Kirchenvorplatz hatten die Besucher einen offenen Blick zur 200 Meter tiefer gelegenen Donau und bis weit zu den Alpengipfeln. – je