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Glyphosat: weltweit das meist verkaufte Gift

Osterhofener Zeitung 14. Oktober 2015

MdB Rita Hagl-Kehl und SPD-Kreisvorsitzender Ewald Straßer besuchten SPD-Ortsverein

Oktober 2015

Mit Blumen hieß SPD-Ortsvorsitzender Thomas Etschmann die Bundestagsabgeordnete Rita Hagl-Kehl willkommen. − Foto: Kufner

Osterhofen. Doppelter Besuch beim SPD-Ortsverein Osterhofen: Ortsvorsitzender Thomas Etschmann konnte am Freitag neben MdB Rita Hagl-Kehl auch Kreisvorsitzenden Ewald Straßer zur Mitgliederversammlung im „Frühlings-Stüberl“ begrüßen.

Die niederbayerische SPD-Bezirksvorsitzende Rita Hagl-Kehl aus Freyung zog 2013 in den Bundestag ein. Dort gehört sie dem Ernährungs- und dem Verkehrsausschuss an. Ihre Arbeitssituation charakterisierte Hagl-Kehl scherzhaft: „Ich habe zwei CSU-Minister, die man treiben muss.“ Verkehrsminister Alexander Dobrindt bescheinigte sie eine „zähe Arbeitsweise“. Die geplante Pkw-Maut werde sich nicht tragen, aktuell stehe sie im Haushalt gar als Minusposten.

Zeugnisse schreiben kann die Gymnasial-Lehrerin schon von Berufs wegen. Rita Hagl-Kehl stammt aus einer Handwerkerfamilie und erlernte den Beruf der Damenschneiderin, bevor sie 2000 an der Abendschule das Abitur nachholte. Sie ist dabei bodenständig geblieben und hat klare Standpunkte. Deutlich machte das die Abgeordnete beim Thema Glyphosat: „Das ist das meistverkaufte Gift der Welt!“ Das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel wird auf Feldern auch zum schnelleren Abreifen eingesetzt. „So behandeltes Getreide kommt als Brot auf den Frühstückstisch“, sagte Hagl-Kehl und warnte: „Kommunen setzen es auf Kinderspielplätzen ein.“ Unter verschiedenen Handelsnahmen wird Glyphosat auch an Privatleute verkauft. „Früher haben wir das Unkraut noch mit der Hand ausgestochen“, monierte sie. Innerhalb der SPD gehört Rita Hagl-Kehl dem Forum Demokratische Linke 21 (DL21) an. Als Abgeordnete arbeitet sie in der Projektgruppe „gleichwertige Lebensverhältnisse in Deutschland“. Die sind im Grundgesetz garantiert und in Artikel 72 verankert.

Abschließend schwenkte Rita Hagl-Kehl zur aktuellen Flüchtlings-Debatte: „Wir brauchen Zuwanderung von 500000 Menschen im Jahr, um unseren Standard zu halten.“ Hier wollte die Parteibasis von der Abgeordneten wissen, wie die Arbeit der SPD-Fraktion konkret aussehe, da man momentan recht wenig von den SPD-Oberen dazu höre. „Die Idee, 3000 Bundespolizisten mehr einzustellen, kam von der SPD“, hielt Rita Hagl-Kehl entgegen.

Er sei bekanntlich kein großer Merkel-Fan, erklärte SPD-Ortsvorsitzender Thomas Etschmann, aber er erkenne an, dass die Kanzlerin „das rational angeht“. „Deutschland kann das schaffen“, ist Etschmann überzeugt. Einig waren sich die Genossen, dass Deutschland es sich lange in seiner bequemen Lage in der Mitte Europas gemütlich gemacht hat. Seit Jahren jedoch spielen sich am Rande der „Festung Europa“ menschliche Dramen ab. Etschmann erinnerte an die Situation in den spanischen Exklaven Ceuta und Melilla.

Rita Hagl-Kehl rief zu mehr Willkommenskultur auf. Statt Hasskommentare auf Facebook zu posten, wäre die Zeit besser mit ehrenamtlicher Arbeit genutzt, meinte die Bundespolitikerin. − mik

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