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„Ein leeres Haus nutzt weder Denkmalschutz noch Stadt“

Osterhofener Zeitung 28.03.2013

SPD befasst sich mit Scharrer-Haus und Viehmarkthalle

Osterhofen. In ihrer jüngsten Vorstandschafts-Sitzung hat sich der SPD Ortsverein unter Leitung von Vorsitzendem Thomas Etschmann mit aktuellen lokalen Themen befasst: dem Scharrer-Anwesen und der geplanten Vermarktungshalle für Fleckvieh. Zum Denkmalschutz des Scharrer- Anwesens erinnerte die Vorstandschaft in Übereinstimmung mit der SPD-Fraktion in einer Stellungnahme an die Begriffsbestimmung im Denkmalschutzgesetz: Denkmäler seien „von Menschen geschaffene Sachen aus vergangener Zeit“, deren Erhaltung „wegen ihrer städtebaulichen Bedeutung im Interesse der Allgemeinheit“ liege. Leite man daraus − wie die Denkmalschutzbehörde − ab, dass das Scharrer-Anwesen auch im Innern nicht verändert werden darf, dann nütze dies weder dem Denkmal noch sei es im Interesse der Stadt Osterhofen, so die SPD. „Ein Gebäude, das nicht genutzt wird, ist dem Verfall preisgegeben“, heißt es in der Stellungnahme. Städtebaulich prägend sei nicht das Innere, sondern Baukörper und Fassade. Auch Denkmäler müsse man der Gegenwart anpassen: Der Umbau in ein Haus für Senioren-gerechtes Wohnen ist laut SPD „eine bestechende Idee, die den Stadtplatz belebt, Senioren in das Gemeinschaftsleben einbezieht und nutzlosen Verfall im Zentrum verhindert“. Was im allgemeinen Interesse ist, habe auch die Stadt mit zu entscheiden. Bürgermeister und Stadtrat sollten sich deshalb mit der Thematik beschlussmäßig befassen. Intensiv diskutierte die SPD Vorstandschaft auch den Antrag des Zuchtverbands für Fleckvieh in Niederbayern, am Mühlhamer Kreisel ein Bauleitverfahren für eine zentrale Vermarktungshalle durchzuführen. Dem stehen Vorstandschaft und die anwesenden Stadträte skeptisch gegenüber. Nicht nur die unmittelbaren Anlieger seien betroffen, auch die Wohnqualität nördlich und südlich der Anlage werde beeinträchtigt, so die Meinung der SPD. Zu dem widerspreche die Anlage jeder städtebaulichen Planung. Fragen wie die beabsichtigte Ausbringung der Gülle auf den Feldern und die damit verbundene Geruchsbelästigung oder unnötig langer Tiertransporte aus ganz Niederbayern seien auch mit einer Bauleitplanung nicht zu lösen. Bezweifelt wurde grundsätzlich die Notwendigkeit einer Vermarktungshalle an diesem Standort, da zum Beispiel in Landshut bei den wöchentlichen Auktionen teilweise nur noch 15 Tiere aufgetrieben werden konnten. Auf Unverständnis stießen auch die Argumente des Geschäftsleiters, der Investor müsse die Erschließungskosten ja selbst tragen, und der Bürgermeisterin, Florian Erl treibe Werbung für andere Gemeinden. Erl hatte in der Stadtratssitzung auf entsprechende Planungen in der Gemeinde Moos hingewiesen. Wenn Moos die Anlage wolle, sei dagegen nichts einzuwenden, so die SPD.

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