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Bruni Irber ist Ehrenmitglied der SPD

Osterhofener Zeitung PNP 12.11.2018

Ortsverein der Sozialdemokraten feiert 100-jähriges Bestehen – Festredner war Bernhard Taubenberger

Osterhofen. Seit 100 Jahren besteht der Ortsverein Osterhofen der SPD. Das wurde am Freitag Abend in der Stadthalle im Rahmen einer würdigen Feier begangen, die die „Biertischmusi“ musikalisch begleitet hat. Der Ortsverein ernannte Bruni Irber, ehemaliges Mitglied im Deutschen Bundestag, wegen ihrer großen Verdienste zum Ehrenmitglied . Der Vorsitzende des Ortsvereins, Thomas Etschmann, freute sich, viele Genossen und zahlreiche Ehrengäste zu dieser Feierstunde begrüßen zu können. Allen voran sagte er Bernhard Taubenberger, der den späteren Festvortrag hielt, ein herzliches Willkommen. Begrüßen konnte er auch den Staatssekretär im Bundesumweltministerium Florian Pronold, die Staatssekretärin im Ministerium für Justiz und Verbraucherschutz, Rita Hagl-Kehl, Bürgermeisterin Liane Sedlmeier, den Kreisvorsitzenden der SPD im Landkreis Dingolfing /Landau, Dr. Bernd Vilsmeier, den Kreisvorsitzenden der SPD im Landkreis Deggendorf, Ewald Straßer, Stadtpfarrer Christian Altmannsberger, Pfarrer Emanuel Hartmann, Ehrenbürger Horst Eckl sowie von den Schulen Rektorin Susanne Weller und Rektor Oliver Sailer. Ein besonders herzliches „Grüß Gott“ sagte der Ortsvorsitzende Bruni Irber, der ehemaligen Kreisund Unterbezirksvorsitzenden und Abgeordneten im Deutschen Bundestag. Thomas Etschmann streifte danach kurz die vergangenen 100 Jahre und die von der SPD initiierten gesellschaftlichen Errungenschaften. Dazu fielen Stichworte wie Frauenwahlrecht, Acht-Stunden-Tag und der Name des 1. Bayerischen Ministerpräsidenten nach dem Zweiten Weltkrieg, Wilhelm Högner. Auf den Ortsverein bezogen nannte Etschmann den Namen des Gründers Ludwig Grassl, Franz Koller oder Reinfried Taubenberger aus den Reihen der SPD, die sich um die Menschen der Stadt Osterhofen verdient gemacht haben. In seinem Grußwort erinnerte Florian Pronold an die wesentlichen Inhalte und Ziele der SPD, Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit. Die SPD tue sich schwer, stolz zu sein auf das, was sie im Verlauf ihrer Geschichte für die Menschen erreicht habe. Doch das sei eine ganze Menge: Stolz könne man sein auf den 9. November 1918, als Philipp Scheidemann die Republik ausrief, dass man als einzige Partei aufrecht gegen das Ermächtigungsgesetz stimmte und den Kampf für die Demokratie führte. Stolz könne man auch sein auf den Kampf um Bildung breiter Bevölkerungsschichten, der mit den Vorlesern bei den Zigarrendrehern seinen Anfang nahm. Mit geschwellter Brust könne die SPD auch auf ihren Kampf um soziale Gerechtigkeit, das Wahlrecht für Frauen, die Gleichberechtigung von Mann und Frau oder die soziale Absicherung der Arbeiterschaft verweisen. Pronold spannte aber auch den Bogen in die heutige Zeit und fragte, was es heute heiße, diese Wurzeln aus der Vergangenheit zu vertreten. Die SPD habe die Aufgabe, zu beobachten, was in der Gesellschaft nicht passt und diese Mängel zu verbessern. Nach wie vor beschäftige die Partei auch der Kampf für die Demokratie, der mit dem Erstarken der rechten Bewegungen zunehmend an Bedeutung gewinne. Dem Ortsverein Osterhofen machte Pronold Mut, zuversichtlich in die Zukunft zu schauen und sprach die Glückwünsche zum Jubiläum aus. Den Festvortrag „100 Jahre SPD Osterhofen“ hielt Bernhard Taubenberger. Wenn auch die Ergebnisse bei den letzten Wahlen in Bayern und Hessen vernichtende Zahlen für die SPD gebracht hätten, so stehe der SPD Ortsverein in Osterhofen gut da. Thomas Etschmann konnte bei der Bürgermeisterwahl 40 Prozent der Stimmen auf sich vereinen, im Stadtrat ist die SPD so stark wie die Freien Wähler. Ein Blick zurück in die Geschichte zeigt laut Taubenberger, dass es für die SPD nicht leicht war in Osterhofen Fuß zu fassen. 1877 findet sich in einer Zeitung ein erster Verweis auf Mitglieder der SPD. 1898 ist die Rede von einem ersten Ortsverein, allerdings in Gergweis. 1903 wird eine von der Landesleitung der SPD angesetzte Kundgebung im Mühlhamer Keller verhindert. 1918 wird schließlich der Ortsverein SPD Osterhofen gegründet. In den Folgejahren ist man im Stadtrat vertreten. Der Tiefpunkt wird 1933 nach der Verabschiedung des Ermächtigungsgesetzes erreicht. Der Ortsverband löst sich auf. Nach 1945 erfolgt die Wiedergründung und in den Folgejahren gibt die SPD den Arbeitern in der Textil- und Glasindustrie ein Wort im Stadtrat. 1986 stellt man sich vehement der NPD entgegen und 1993 gibt es eine gemeinsame Aktion aller Parteien Osterhofens gegen Rechts. „Wo bleibt heute der Protest“, fragte Taubenberger in den Raum, „wenn die AfD ihren politischen Aschermittwoch im Donaucenter Bruni Irber ist Ehrenmitglied der SPD Ortsverein der Sozialdemokraten feiert 100-jähriges Bestehen – Festredner war Bernhard Taubenberger Schubert abhält“ und ermunterte seine Zuhörer dazu, einen solchen in die Wege zu leiten. Der Festredner erinnerte aber auch an die Menschen im Ortsverein der SPD, so an Franz Koller oder seinen Vater Reinfried Taubenberger, die in den vergangenen Jahrzehnten den Ortsverein maßgeblich prägten. Besonders um die SPD verdient gemacht hat sich auch Bruni Irber, die mit viel Energie, Fleiß und Glauben an die Zukunft viel bewegte und Großes für die Stadt leistete. Besonders hob der Festredner dabei ihren Einsatz für eine frei fließende Donau hervor. Taubenberger wagte aber auch einen Blick in die Zukunft. In der aktuellen Situation wirke die SPD in gewissem Sinne heimatlos. Ihr fehle eine große Leitidee. Die Partei trifft nicht mehr das Lebensgefühl der Menschen. Man spricht zu wenig von den Menschen, sondern zu viel vom Staat. Auf die „Entheimatung“ vieler Menschen findet die SPD keine Antworten. Es ist daher zwingend notwendig, dass die Partei ergründet, was die Menschen bewegt, dass sie dem Kapitalismus Zügel anlegt und wieder zur Partei der Solidarität, Freiheit und der Gerechtigkeit wird. Die Schere zwischen Arm und Reich, die angesichts eines ungezügelten Kapitalismus immer weiter aufgeht, bezeichnet Taubenberger als die „Axt am sozialen Frieden“. Aufgabe der Verantwortlichen in der Partei ist es, die Glaubwürdigkeit der SPD wieder herzustellen. Die Partei hat Großartiges geleistet, hat aber auch Fehler gemacht, die das Vertrauen der Menschen schwinden ließen. Bernhard Taubenberger zeigte sich aber auch fest davon überzeugt, dass die SPD aus ihren tiefen Wurzeln heraus die Kraft für einen Neubeginn aufbringt und zuversichtlich in die Zukunft blicken kann. Eine besondere Ehre wurde danach Bruni Irber zuteil: Der Ortsverein ernannte sie zum Ehrenmitglied. Zudem zeichnete Thomas Etschmann Bettina Wiese für ihre 20-jährige Mitgliedschaft aus. Mit einem Stehempfang klang die Feierstunde aus. − tre

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