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Mehr Bäume, Wohnungen und Zisternen

PNP 18.12.2019 Osterhofener Zeitung

Weihnachtsfeier der SPD mit Ehrungen – Besinnliche Worte zur ungewissen Zukunft der Partei

Osterhofen. Als Jakob Irber, Johann Irber und Anton Altmann 1969 in die SPD eingetreten sind, lag gesellschaftliche Aufbruchstimmung in der Luft. „Mehr Demokratie wagen“ aus Willy Brandts Regierungserklärung entfaltete eine Bindungskraft über ideologische und politische Gräben hinweg, die bis heute fortwirkt. Für 50 Jahre Mitgliedschaft in der SPD hat der Ortsverein Osterhofen die treuen Genossen am Sonntagabend im Rahmen der Weihnachtsfeier in den „Arcobräustuben“ geehrt.
Ortsvorsitzender Thomas Etschmann und Kreisvorsitzender Ewald Straßer ehrten weitere langjährige Parteimitglieder: Insa Pfeiffer-Ruhland (10 Jahre), Robert Kröll (25), Wolfgang Schandl (25), Maria-Luise Irber (30), Josef Lerchenberger (30) und Nikolaus Kappelmayer (40 Jahre).
Mit „Mehr Umverteilung wagen“ griff Thomas Etschmann ein aktuelles Schlagwort auf, aus dem die aktuelle Stimmungslage der Sozialdemokraten spricht. „Die SPD muss wieder die Verkörperung der Sozialstaatlichkeit werden“, sagte Etschmann und fuhr fort: „Umverteilung ist kein sozialistischer Restposten.“
Bei der Kommunalwahl 2020 will der SPD-Bürgermeisterkandidat die Bürger mit „nachhaltiger und bürgernaher Politik überzeugen.“ Bezahlbarer Wohnraum, mehr Radwege und eine Erweiterung des Stadtparks zählen zu den Themen, die Etschmann als Bürgermeister in die Tat umsetzen will. Etschmann will den Bau von Zisternen bezuschussen, um bei Starkregen mehr Regenrückhaltemöglichkeiten zu schaffen. In städtischen Baugebieten soll jeder Häuslebauer pro Kind einen Obstbaum erhalten. Für die Jugend will Etschmann mehr Räume und Plätze schaffen, etwa einen Skaterpark.
SPD-Kreisvorsitzender Ewald Straßer freute sich besonders über Etschmanns Vorhaben, Osterhofen als „Fairtrade“-Kommune zertifizieren zu lassen, wie das bereits in Straßers Heimatgemeinde Hengersberg der Fall ist.
Thomas Etschmann überreichte in der Weihnachtsfeier außerdem das SPD-Parteibuch an Neumitglied Marianne Willnecker. Als Auktionator brachte Robert Kröll gekonnt Sachspenden in der Versteigerung unter den Hammer.
„Die Bindungskraft der Volksparteien ist verloren gegangen“, sagte Jakob Irber nachdenklich. Er griff damit einen Gedanken Willy Brandts aus dem Jahr 1987: Brandt machte sich bereits damals Sorgen über die Zukunft der SPD als Volkspartei. Jakob Irber stellte die rhetorische Frage, ob er als junger Mensch noch einmal in die SPD eintreten würde, ließ die Antwort bewusst offen und betonte: „Deutschland braucht eine Partei wie die SPD, um die Demokratie zu erhalten.“ Die SPD müsse eine Zukunft versprechen, die man einlösen könne.
− mik

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