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„Einheimischen-Modell“ fürs Baugebiet

PNP Osterhofener Zeitung 03.02.2020

SPD-Wahlversammlung – Bürgermeister-Kandidat Thomas Etschmann nimmt Anregungen auf

Altenmarkt. Die Kommunalwahl wird spannend: Die SPD hat am Freitagabend bei einer Wahlversammlung im „Altenmarkter Hof“ ihre Kandidaten vorgestellt. „Ich habe von allen Bewerbern das längste Mindesthaltbarkeitsdatum“, scherzte Thomas Etschmann, der für die Sozialdemokraten als 1. Bürgermeister ins Rathaus einziehen will. Von den drei Bürgermeisterkandidaten ist Thomas Etschmann mit 47 Jahren der jüngste. Als stellvertretender Bürgermeister hat er seit 2008 Erfahrung in diesem Amt gesammelt. Etliche der gut 40 Besucher schätzen die Mischung aus ruhiger Gelassenheit und Leidenschaft für die Sache, mit der Etschmann Kommunalpolitik betreibt. „Mir geht es um die Sache“, betonte er. Etschmann drängt sich nicht in den Vordergrund. Ganz bewusst ließ er den Kandidaten der Stadtratsliste den Vortritt, sich vorzustellen. 18 von 24 Kandidaten der gemeinsamen Liste der SPD-Ortsvereine Osterhofen und Gergweis warben an diesem Abend beim Publikum um Stimmen. Die Zahl von derzeit sechs Mandaten im Stadtrat will die SPD mindestens halten und gerne auf sieben Sitze ausbauen. Eigentlich will Etschmann keine Wahlversprechen machen, aber beim Baugebiet am Wasserturm in Altenmarkt wird er konkret: „Im 2. Bauabschnitt gibt es ein EinheimischenModell bei der Vergabe!“, verspricht Etschmann. Etlichen Bürgern stößt sauer auf, dass auswärtige Investoren zu Lasten von einheimischen Familien mit Kindern das Wohnbaugebiet am Wasserturm als Renditeobjekt sehen. Thomas Etschmann spricht sich deshalb bei der Vergabe von Baugrundstücken für ein „Einheimischenmodell“ nach dem Vorbild der Gemeinde Moos aus. Die Besucher der Wahlversammlung quittierten Etschmanns Versprechen mit tosendem Applaus. Auch die Erschließungsstraße zum Baugebiet am Wasserturm stößt auf den Unmut von Bürgern. Beim Schafkopfen sei er auf den äußerst schmalen Gehsteig dieser Straße angesprochen worden, erzählte Etschmann. Das Trottoir ist kaum breiter als ein Kinderwagen. Zu schmal für ein derart großes Baugebiet, fanden viele Besucher der Wahlversammlung. Die Straße ist in der Tat eine Art Gratwanderung. Sie erschließt nicht nur ein Wohngebiet, sondern müsse auch breit genug für landwirtschaftliche Fahrzeuge sein, merkte ein Bürger an. Thomas Etschmann notierte sich die Anregungen des Publikums und skizzierte seinen Politikstil: „Jeder Bürger hat den Anspruch, ernst genommen zu werden. Diesem Grundsatz habe ich mich immer verpflichtet gefühlt.“ Konkret wurde es auch beim Thema Neubau der Grundschulturnhalle: Eine Bürgerin wollte wissen, ob der Bau einer Zweifachturnhalle angedacht sei, und brachte die aktuelle Situation an der Grundschule mit über 400 Kindern auf den Punkt: „Das kann sich ein Erstklässler ausrechnen, dass die Kinder nicht in die Umkleide passen!“ Derzeit werden ganze Grundschulklassen mit dem Bus zum Schulsport in die Dreifachturnhalle gefahren. Auch abends werden die Platzprobleme nicht besser: Im Winter konkurriert der Fußballnachwuchs mit erwachsenen Sportlern um jede Minute in der Halle. Bei vielen Eltern stößt diese Situation auf Unmut. Thomas Etschmann und Matthias Meier sitzen für die SPD im Bauausschuss. Die beiden Stadträte gaben Auskunft über mögliche staatliche Förderprogramme. Als Architekten waren hier auch die beiden Stadtratskandidaten Jochen Seidl und Andreas Ortner gefragt. Viele Bürger wollten wissen, wie es mit dem Klosterareal weitergehen solle. Jede Nutzung müsse im Einverständnis des Eigentümers erfolgen, sagte Etschmann. SPD-Fraktionssprecher Karlheinz Hierzegger kann sich vorstellen, dass man im Zuge von Ministerpräsident Söders Initiative eine Behörde nach Altenmarkt verlagern könne. Ein großes Anliegen sind Thomas Etschmann seniorengerechte Wohnformen im gewohnten sozialen Umfeld: „Zwischen eigenem Zuhause und Altenheim gibt es noch mehr.“ So plädiert Etschmann für SeniorenWGs und kleinere Wohneinheiten. Dafür könnten etwa alte Vierseithöfe seniorengerecht umgebaut werden. Die Kommune könne sich hier für ein Leuchtturmprojekt starkmachen. Beim Bauen will Etschmann als Bürgermeister auf Innenverdichtung setzen: So gebe es 4300 Wasseranschlüsse in der Stadtgemeinde, aber es seien nur 4000 Wasserzähler verbaut. Demnach liegen also 300 Wasseranschlüsse auf Grundstücken brach, auf denen gebaut werden könne. Etschmann ist Wahl-Altenmarkter und hat im Ortsteil ein Haus gebaut. „Ich werde kein Klosterer, aber ich bin Altenmarkter mit Leib und Seele!“, sagte Thomas Etschmann, der als Jugendlicher beim TSV Altenmarkt Fußball gespielt hat. Er kennt die Feinheiten im „Kloster“. − mik

 

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