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Engagement und Hartnäckigkeit

PNP / Osterhofener Zeitung 20.02.2020

Portrait zur Kommunalwahl: Thomas Etschmann (SPD) will 1. Bürgermeister werden

Osterhofen. Kommunalpolitik ist die Königsdisziplin der Politik: „Hier kann man die Auswirkungen der Politik direkt sehen“, sagt Thomas Etschmann. Für den 47- Jährigen ist das ein Grund, für das Amt des 1. Bürgermeisters in Osterhofen zu kandidieren. Seit 2005 ist Etschmann Mitglied des Stadtrats, seit 2008 zweiter Bürgermeister. Und bei der Kommunalwahl 2014 hat er als Bürgermeister-Kandidat sehr respektable 40,77 Prozent der Wählerstimmen erhalten. „Ausgesprochenen Gerechtigkeitssinn“ und „ein soziales Gewissen“ führt der SPDOrtsvorsitzende als Gründe für sein Engagement auf kommunaler Ebene an. Oftmals werde er von Bürgern angesprochen, die ihm ihre Anliegen schildern, für die er sich gerne einsetze: Das Helfen sei ihm wichtig. Und der Grundsatz: „Jeder Bürger hat den Anspruch, dass er ernst genommen wird“. Geprägt wurde er von Diskussionen mit seinen Eltern und seinem Schulfreund Bernhard Taubenberger sowie von einigen Lehrern, die sein Interesse an Geschichte und Politik weckten. Inzwischen ist er selbst Lehrer an der Mittelschule Osterhofen und kann daraus viele Kompetenzen in die Politik einbringen: Lehrer müssen sehr vielseitig sein, mit vielen Kollegen, Sozialpädagogen, aber auch Berufsberatern oder Vertretern der Wirtschaft zusammenarbeiten, sie müssen flexibel sein und Organisationstalent beweisen, erläutert Etschmann. Zudem hat er viel Erfahrung in der Kommunalpolitik gesammelt. Entsprechend nennt er jede Menge Ziele, die er für Osterhofen umsetzen will. Die Einführung eines Stadtbusses zum Beispiel: Die Stadt könnte über Werbung einen Kleinbus finanzieren und auf Anmeldung ähnlich dem Rufbus-System des Landkreises die Ortsteile anfahren – mit flexibleren Haltestellen in den Dörfern, auch mal zum Supermarkt und an den Tagen, an denen ausreichend Nachfrage herrscht. Für Mehrgenerationenhäuser, Wohnprojekte für Senioren auf den Dörfern und seniorengerechtes Wohnen sollte sich die Stadt ebenso – auch finanziell – engagieren, schlägt Etschmann vor: „Zwischen Eigenheim und Altersheim gibt es noch mehr“, lautet sein Schlagwort. Die nun geplante Sanierung der Dreifachturnhalle war ihm schon länger ein Anliegen. Mit der Neugestaltung des Schulcampus und dem Neubau der Realschule durch den Landkreis fordert Etschmann im Nachgang die Generalsanierung der städtischen Mittelschule im A- und B-Bau. Der SPD-Politiker wünscht sich ein Konzept für die Ansiedlung von Fachärzten, aber auch von Landärzten: „Das Vilstal hat keinen Hausarzt mehr und für Senioren ist die Fahrt ins Stadtzentrum aufwendig“, weiß er. Überhaupt müssten die Dörfer ein attraktiver Lebensraum bleiben, meint Etschmann, etwa mit der Ausweisung von ausreichend Baugrundstücken („in Gergweis hätte man längst für Nachschub sorgen müssen“) und dem Bau einer Kinderkrippe: Den beantragte die SPD Fraktion schon 2018 für Galgweis, nach einer Bedarfsstudie soll nun eine Krippe und sogar eine zweite Kindergarten-Gruppe eingerichtet werden. Die damit verbundene Quartiersplanung samt Ausweisung von Bauplätzen befürwortet der Bürgermeister-Kandidat sehr. Auf der gegenüberliegenden Seite der großen Stadtgemeinde Osterhofen, in den Donaudörfern, plädiert Etschmann dafür, einen Bebauungsplan fertig zu stellen, um diesen sofort einzusetzen, wenn der Hochwasserschutz so weit ist. Ungeregelt sei, ob das Opfergeschoss bei Gebäuden, die nun im Innenbereich der Donaudörfer errichtet werden, nach dem Ausbau des Schutzdeichs wieder genutzt werden kann: Dafür will er sich stark machen – auch wenn das nicht in der Kompetenz der Kommunalpolitik liegt. Im Osterhofener Stadtzentrum nennt der SPD-Kandidat weitere Vorhaben, darunter die Erweiterung des Stadtparks: Einen Lückenschluss, für den er schon ein Tauschgrundstück in ähnlicher Größe wisse. Dort könnte die Skateranlage für Jugendliche aufgestellt werden. Überhaupt müsse für die Jugend auch im Stadtzentrum mehr getan werden: Auf den Dörfern gebe es Landjugendheime, in Osterhofen selbst sei aber kein Anlaufpunkt für die Jugend geboten: Thomas Etschmann schlägt ein Jugendcafé vor, das die Jugendlichen selbst betreiben (mit Aufsicht Erwachsener), dazu einen Probenraum für Bands oder eine Kleinkunstbühne. Als Umweltschutzbeauftragter der Schule liegt ihm die Bewerbung Osterhofens als „Fair-Trade“-Kommune am Herzen – ähnlich wie Hengersberg, Deggendorf oder Vilshofen. Die Herzogstadt könnte Apfelsaft von Streuobstwiesen pressen lassen und bei öffentlichen Veranstaltungen in der Stadthalle ausschenken. Man könnte die Zutaten für Mensa-Essen in Schulen und Kindergärten bei regionalen Gemüsebauern beziehen und auch die Gaststätten für fair gehandelte, regionale Produkte ins Boot holen. Von seinem Wohnhaus aus blickt Etschmann direkt auf das Altenmarkter Kloster: ein „Kulturgut allerhöchster Güte“, für das er als Bürgermeister zumindest einen Einstieg in eine Nachfolgenutzung mit dem Privateigentümer besprechen würde. Man könnte das vorhandene Basketballfeld für Jugendliche nutzen, das ehemalige Kaplanhaus und den Klostergarten, oder Parkplätze fürs naheliegende Gasthaus Thalhauser zur Verfügung stellen. Thomas Etschmann ist der Kommunalpolitik seit langem verbunden und in vielen Themen und Bereichen der Stadt Osterhofen bewandert. „Mit Engagement und Hartnäckigkeit, da kann man etwas bewegen“, ist er überzeugt. − gs

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